Teil des Ganzen

Corinna Schmidt
Corinna Schmidt

Seit sechs Monaten lebt und arbeitet Corinna Schmidt – die neue geistige Leiterin des Ökumenischen Forums – in der HafenCity

„Ja, ich bin angekommen“, antwortet die mennonitische Pastorin Corinna Schmidt (51) auf die Frage, ob sie sich an ihrem neuen Wohn- und Arbeitsort wohlfühlt. „Dieser Sommer am Wasser war für mich eine tolle Erfahrung. Die HafenCity hat für mich schon etwas von einem eigenen „Kiez“ und dazu gehören unter anderem all die nachbarschaftlichen Begegnungen und Gespräche, die sich zufällig auf meinem Weg zum Einkaufen an den Überseeboulevard ergeben.“

Ein Ziel ihrer Arbeit sieht Schmidt darin, den Kirchen und auch den vielen Menschen, „die nicht unmittelbar mit Kirche zu tun haben“, im Haus in der Shanghaiallee „Raum zu geben“. Und so bot die Kapelle den geeigneten Rahmen für die Veranstaltung „We Remember Mandela“ – ein Abend, der mit Texten von und über

Nelson Mandela an den Kampf für Freiheit, gegen Rassentrennung, Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit erinnerte. Auch die Pressekonferenz für das anstehende Musikfestival „Lux Aeterna“ fand in der ganztägig geöffneten Kapelle statt.

Die Vertiefung der bisherigen Zusammenarbeit der Kirchen Pastorin Schmidt besonders wichtig und so werden die Kirchen sich und ihre Arbeit in den Veranstaltungen zu „Schätze des Glaubens teilen“ eingehender vorstellen.

Dabei endet der Wirkungskreis von Corinna Schmidt nicht an den Brücken, die aus und in die HafenCity führen. Als Theologin der mennonitischen Friedenskirche ist sie angesichts des fehlenden Friedens in vielen Teilen der Welt eine gefragte Gesprächspartnerin in Hamburg. Auch deshalb besucht sie gerne andere Gemeinden in Hamburg. „Für mich sind gegenseitige Besuche ein Zeichen von Wertschätzung“, erzählt sie. „Ich kann nicht nur andere dazu einladen, das Ökumenische Forum zu besuchen, ich muss mich auch selbst auf den Weg machen.“

Für das neue Jahr hat sich die Pastorin viel vorgenommen. Dazu gehört die stärkere persönliche Einbindung in die Arbeit für den Stadtteil. „Unsere Nachbarschaft wächst. Die ersten Bewohner sind nebenan in das „Musikerhaus“ eingezogen. Aus den Baustellen um uns herum werden Wohnhäuser und Büros.“ Schmidt darüber nach, ob ein Straßenfest in der vielbefahrenen Shanghaiallee machbar sei und verrät, dass zur Zeit über eine stärkere Beteiligung an der Veranstaltungsreihe „Sommer in der HafenCity“, die im nächsten Jahr zehnjähriges Jubiläum feiert, gesprochen werde.

Die geistige Leiterin des Ökumenischen Forums denkt zudem darüber nach, wie man Flüchtlinge unterstützen und sich an bestehenden Initiativen beteiligen könne, da die HafenCity ja offiziell keine Flüchtlinge „zugewiesen“ bekomme. „Ich möchte den Anstoß dazu geben, dass wir uns und andere sich, die wir in diesem Stadtteil Möglichkeiten zur Unterstützung haben, mit diesem Thema auseinandersetzen. Das ist eine Frage, die wir uns auch in unserem Haus stellen werden.“ CF

 

Weitere Informationen gibt es im Internet: www.oekumenisches-forum-hafencity.de.