Bilderwelten

Sina Vodjani und Chrissy Hat
Sina Vodjani und Chrissy Hat

Beeindruckende Fotobearbeitungen von Sina Vodjani

Sina Vodjani ist seit vielen Jahren in Hamburg zu Hause. Als Musikkomponist, Maler und Fotograf hat er bereits viel erreicht. Seine Erfahrungen und Kreativität haben ihn dazu geführt, eine neue Kunst zu erschaffen: die FotoSinfonien. Seine Vernissage findet am 7. April in der SehKunst in der HafenCity statt. Ihr seid herzlich eingeladen!

Sina, magst du uns erzählen, was FotoSinfonien sind?

Die FotoSinfonien kommen von sehr weit her. Sie sind aus der Überlegung entstanden, Fotografien so zu bearbeiten, dass diese beim Betrachten musikalisch wirken. Es ist mir seit Langem klar, dass die Prinzipien der Komposition in der Musik und in der Malerei sich sehr, sehr ähnlich sind. Es geht um Mengen, Proportionen, Zahlen … Wie eigentlich alles im Leben: Es ist pure Mathematik.

Ich nenne es „die organisch intuitive Uhr der Mathematik der Natur“, die sich unter anderem der Regeln der Notwendigkeit, Analogie und Assoziation bedient, um stets in unaufhörlicher Kreativität zu bleiben. Analogie und Assoziation sind die Hauptwerkzeuge, die ich nutze, um Musik über Malerei in Fotos umzusetzen. Sieht nicht so aus, aber die Basis meiner Kreativität ist die Numerologie. Sie ist die Quelle, wo meine Kompositionen und die FotoSinfonien geboren werden.

Du bist ein Kosmopolit, in Teheran, San Francisco und Paris aufgewachsen. Deine Reisen haben dich unter anderem nach Tibet, Indien und Japan geführt. Niedergelassen hast du dich in Hamburg. Was gefällt dir hier besonders?

In Hamburg bin ich 1975 gestrandet und fand glücklicherweise sofort eine gute Plattform, um hier als Chansonier, später als Music Entertainer meinen Lebensunterhalt verdienen zu können.

Ursprünglich wollte ich Kunst und Fotografie studieren, aber es lief wie im echten Leben, alles anders als erwartet. Die Musik hat mich zuerst gerufen. Also habe ich Komposition und Musik studiert und später viele Soloalben im Bereich Spiritual World Music produziert.

Das Rathaus in der Sicht von Sina Vodjani
Das Rathaus in der Sicht von Sina Vodjani

Parallel dazu habe ich die Möglichkeit gehabt, als Reise- und Pressefotograf bei Ullstein unterzukommen.

Wie du siehst, Hamburg hat alles gemacht, um mich hier zu behalten. So wurde Hamburg zu meiner Niederlassung. Über die Jahre bin ich viel gereist, nicht nur ins Ausland. Auch in Hamburg bin ich überall musikalisch und fotografisch in den schönsten und urigsten Ecken unterwegs gewesen, wie der Hummel Hummel, der Wasserträger. Über die Zeit habe ich eine sehr tiefe Beziehung zu dieser würdevollen, facettenreichen, charmanten und für mich einfach magischen Stadt gefunden.

Diese Verbundenheit zeige ich heute musico-foto-künstlerisch, als eine Hommage an Hamburg in meinen „Hamburger FotoSinfonien“.

Du hast so schöne Musik komponiert. Am meisten beeindruckt mich „Straight to the Heart“, in dem Seine Heiligkeit der 17. Gyalwa Karmapa Urgyen Trinley Dorje noch als Kind damals seine Gebete rezitiert. Das war auch ein großer Erfolg. Wie viel Platz nimmt Musik momentan in deinem Leben ein?

Einmal Musik! Immer Musik … Und sogar bei meinen FotoSinfonien mache ich die Musik sichtbar! Da auditiver und visueller Ausdruck schließlich nur Schwingung ist – in weit entfernte Frequenzbereiche (Musik in Hz und Farbe in THz).

Außerdem bin ich häufig in Hamburg als exklusiver Alleinunterhalter, meistens auf Privatveranstaltungen, unterwegs, und mein Tonstudio ist immer noch on air. Öffentlich trete ich auf mit meinem LoopArt-Projekt, zum Beispiel am 26. Mai auf der Vesakh (Buddhistische Feier in Planten un Blomen) und am 2. August auf der igs (internationale gartenschau in Wilhelmsburg).

Das LoopArt-Projekt, woran ich seit über vier Jahren arbeite, ist eine Live-Performance, in die strukturierte Kompositionen und sehr viel Improvisation hineinfließen, mithilfe von Looping (Aufnahme in Endlosschleifen), das ich in Echtzeit aufnehme und intuitiv arrangiere. Looping ist an sich nichts Neues. Aber für mich als Multiinstrumentalist und „One-Man-Band“, ist Looping ein mächtiges Werkzeug, ein Segen.

Es passt zu meiner Philosophie, meinem Musikstil und meinen Bildern. Wiederholung (Looping) ist, was die Welt zu dem macht, was sie ist. Die Natur wiederholt sich (loopt sich) und transformiert sich unaufhörlich. Der „Freie Mensch“ wiederholt seine Gedanken und Vorstellungen so lange, bis er zu dem wird, was er denkt, das er ist, im Guten wie im Schlechten.

Das ist faszinierend, kannst du es näher erläutern?

Der Prophet Zarathustra hat es vor über 3.000 Jahren mit einem Mantra (Wiederholung von Worten mit tiefer Bedeutung) auf den Punkt gebracht: „Gute Gedanken, gute Worte, gute Taten“. Wenn zum Beispiel Menschen positiv geladene Worte, statt Worten und Gedanken von Hass, Groll oder Werbung im Kopf wiederholen würden, könnte es die Welt über Nacht zu einem besseren Ort machen.

Deswegen interessiere ich mich für Looping. Wiederholung ist einer der wichtigsten Mechanismen unseres Bewusstseins, das in seiner positiven Form Wissen, Intuition, Transformation und Kreativität bis zur Transzendenz beflügeln kann.

Werden wir bei deiner Vernissage eine Kostprobe hören?

Ja, ich werde am 7. April neben meinen Art Works auch eine kleine Live-Performance von meiner LoopArt-Music präsentieren, worauf ich mich sehr freue. Es ist meine Premiere in der HafenCity. Meinem Traum komme ich einen Schritt näher, wo ElbVielHarmonie und FotoSinfonien zusammenkommen.

Vernissage: 7. April 2013, 15–17 Uhr, in der SehKunst, Großer Grasbrook 9, HafenCity

www.FotoSinfonien.com

www.LoopArt.de

www.vodjani.com